AGILE verlangt Rückweisung der «6b»

Die Debatte zur IVG-Revision 6b beginnt mit einem Hearing in der Sozial- und Gesundheitskommis­sion (SGK) des Ständerats. AGILE bekämpft die weitere Spar-Attacke und den vorgeschlagenen Schuldenabbau mit unbefristeten Massnahmen, ohne Mehreinnahmen.

Zweite Tranche 6. IVG-Revision («6b») in der SGK-SR

AGILE weist «6b» grundsätzlich zurück

Mit einem Hearing zum Auftakt startet die Sozial- und Gesundheitskommis­sion (SGK) des Ständerats morgen die Diskussion der IVG-Revision 6b. AGILE wiederholt bei dieser Gelegenheit ihre Kritik, dass das zeitlich befris­tete Ziel des Schuldenabbaus mit zeitlich unbefristeten Massnahmen und ohne Mehrein­nahmen angestrebt wird.

Der Dachverband der Behinderten-Selbsthilfe ist von der SGK für das Hearing zur zweiten Tran­che der 6. IVG-Revision eingeladen worden. AGILE unterstützt dabei die Positionen der Dachor­ganisationenkonferenz der privaten Behindertenhilfe (DOK).

AGILE bekämpft weitere Spar-Attacke

 Sie anerkennt einen gewissen Reformbedarf bei der Invalidenversicherung. Jedoch dürfen Systemverbesserungen nicht mit weiterem Leistungsabbau und erheblichen Einkommensverlusten bei vielen betroffenen Versicherten gekoppelt werden.

AGILE bekämpft Schuldenabbau mit unbefristeten Massnahmen

 Der Dachverband verlangt, dass die befristete Entschuldung mit temporären Massnahmen erreicht wird. Und er wiederholt seine Forderung nach Mehreinnahmen zum Schuldenabbau.

AGILE bekämpft weitere Einschränkung des Rentenzugangs

 Der Bundesrat erschwert mit der «6b» den Zugang zu IV-Renten nochmals rigoros. Gemäss Art. 28 Bst. b IVG gehören neu auch medizinisch-therapeutische Behandlungen zu den beruflichen Eingliederungsmassnahmen. Diese Bestimmung führt dazu, dass medizinisch-therapeutische Massnahmen nicht mehr wie bisher zum individuellen Wohl eines Versicherten durchgeführt und entsprechend verfügt werden, sondern auf die vermutete Arbeitsfähigkeit und das damit verbundene Sparpotential ausgerichtet werden. Denn solange eine IV-Stelle der Ansicht ist, ein beispielsweise chronisch kranker Antragssteller könne als Eingliederungsmassnahme etwa an einer Psychotherapie, einer Krebstherapie oder einer anderen medizinischen Massnahme teilnehmen, hat dieser unter Umständen über lange Zeit keinen Anspruch auf eine Rente.

AGILE fordert Rückweisung der «6b»

 Der Dachverband weist diese drastische Abbau-Vorlage auf Kosten der IV-LeistungsbezügerInnen zurück. Trägt das Parlament den Forderungen von AGILE nicht Rechnung, dann bekämpft der Verband die «6b» mit dem Referendum.

AGILE Behinderten-Selbsthilfe Schweiz setzt sich seit 60 Jahren für die Existenzsicherung von Menschen mit Behinderung ein. Der Dachverband vertritt die Interessen von rund 40 Behinderten-Organisationen. Diese repräsentieren Menschen aller Behinderungsgruppen und ihre Angehörigen.

Kontakt:        
Eva Aeschimann, Bereichsleiterin Öffentlichkeitsarbeit
AGILE Behinderten-Selbsthilfe Schweiz
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eva.aeschimann@agile.ch

Link zur Dokumentation der 6. IV-Revision

AGILE – Medienmitteilung vom 18. August 2011

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