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Ich bin Suna

Ich identifiziere mich als nicht-binär und lebe mit ADHS, PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) und anderen, nicht sichtbaren Behinderungen. Ich mache Thai-Boxen und liebe es zu malen und meine Kreativität frei auszuleben. 

Durch meine Nicht-Diagnose wurde mein Lebensalltag schon als Kind stark eingeschränkt.

Das Frausein hat sich ganz klar auf meine Situation als Mensch mit Behinderung ausgewirkt, denn meine Behinderung wurde lange nicht erkannt. ADHS wird bei weiblich sozialisierten Menschen erst seit kurzem erkannt, da es ganz andere Merkmale aufweist. Aufgrund der Nicht-Diagnose konnte ich z.B. meine Hyperaktivität nicht ausleben, was sich in meinem späteren Leben in starken Depressionen äusserte. Die Symptome sind bei Frauen oder FINTA-Personen generell teilweise ganz anders als bei Männern. 

Erklärungsbedarf benachteiligt

Ich versuche, mich so gut wie möglich nicht einschränken zu lassen und meine Accessibility Needs in allen Lebensbereichen einzufordern. Obwohl ich ganz viel Schönes erlebe, gibt es immer wieder Momente, wo ich bei Mitmenschen auf Unverständnis stosse. Dafür, dass ich nicht immer erreichbar bin, in der Kommunikation relativ viele Fehler mache, Dinge vergesse, etc. Das hinterlässt bei anderen Menschen den Eindruck, dass es mir egal ist oder ich sie nicht wertschätze. Für gewisse Menschen ist es nicht immer nachvollziehbar, dass meine Behinderung der Grund dafür ist, dass ich nicht «normal» funktioniere. Diesbezüglich muss ich mich immer wieder erklären. Das fühlt sich als grosse Benachteiligung an.

Das hilft mir

Wegen meiner PTBS musste ich lernen, mich von gewissen Situationen fernzuhalten. Insbesondere grenzüberschreitendes Verhalten oder Anlässe, an denen sexualisierte Gewalt thematisiert wird, muss ich teilweise meiden. Ich habe spezifisch Selbstverteidigungskurse besucht, gehe ins Boxen und trainiere. Das gibt mir die Selbstsicherheit, mich im öffentlichen Raum zu bewegen. Ich besuche auch regelmässig FINTA-Räume, in denen ein besonders achtsamer Umgang herrscht zwischen den Menschen. Das hilft mir, mich in sozialen Kontexten wohlzufühlen und weniger Ablehnung zu erfahren.

Tipps: Mein Rat für junge Frauen

Macht, was euch Spass, Lust und Freude bereitet. Lasst euch von keinem sagen, wie ihr euer Leben zu leben habt und schon gar nicht, was ihr angeblich könnt oder nicht könnt. Vertraut auf eure Intuition, verbündet euch mit Gleichgesinnten und geniesst alle schmerzfreien Momente mit den Menschen, die ihr gern habt.

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