Ich bin Susanne
Ich schreibe diese festgelegten Vorurteile dem Mangel an Bewusstsein zu, dass sehbehinderte Menschen genauso vielfältige Talente und Fähigkeiten haben wie nicht behinderte Menschen. Unser vielfältiges Wissen und unser Wert als Individuen sollten nicht durch unsere Behinderung definiert werden.
Eine Behinderung ist nicht gleichbedeutend mit Unfähigkeit zu verstehen.
Alltäglicher Ableismus
Persönlich habe ich mich oft in Situationen wiedergefunden, in denen ich mich gegenüber anderen beweisen musste, weil sie aufgrund meiner Sehbehinderung automatisch davon ausgingen, dass ich bestimmte Dinge nicht tun oder erreichen könnte.
Fähig «trotz» Behinderung
So ist es für mich genauso selbstverständlich, eine Weiterbildung zu besuchen, damit ich im Beruf nicht stehen bleibe und meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessere. Die Aussage, dass es bewundernswert sei, dass ich «trotz Sehbehinderung» eine Weiterbildung besuche, reduziert mich auf meine Behinderung. Der Umgang mit diesem aufwertenden Ableismus ist für mich sehr schwierig und macht mich in der Situation sprachlos.
Wie ich damit umgehe
Gegen die ständigen Abwertungen anzukämpfen und zu beweisen, dass ich genauso fähig bin wie jeder andere Mensch, ist belastend und oftmals frustrierend.
Tipps: Mein Rat für Sie
Besinnen Sie sich auf Ihre Stärken
Ich versuche, in dieser Situation ich selbst zu sein und mich auf meine Stärken zu besinnen. Die Barrieren der anderen sollen nicht zu meinen werden.
Es ist Zeit, dass wir als Gesellschaft unsere Denkweise über Behinderungen ändern und aufhören, Menschen aufgrund ihrer Behinderung zu unterschätzen. Jeder Mensch verdient Respekt und Anerkennung. Unsere Fähigkeiten dürfen nicht über körperliche oder geistige Unterschiede definiert werden, sondern durch unsere individuellen Talente, Stärken und Charakterzüge.
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