Inklusionsinitiative: Gleichstellung jetzt umsetzen

Die Inklusionsinitiative will die volle und wirksame Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in der Schweiz verankern. Sie setzt ein klares Zeichen für Teilhabe, Selbstbestimmung und Menschenrechte – überall dort, wo heute noch Barrieren bestehen.

Was ist die Inklusionsinitiative?

Die eidgenössische Volksinitiative «Für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (Inklusionsinitiative)» will die Bundesverfassung ergänzen. Kernpunkte: rechtliche und tatsächliche Gleichstellung in allen Lebensbereichen, Anspruch auf erforderliche Unterstützungs‑ und Anpassungsmassnahmen (inkl. personelle und technische Assistenz) sowie das Recht, Wohnform und Wohnort frei zu wählen.

Am 5. September 2024 wurde die Initiative mit über 107’000 gültigen Unterschriften eingereicht und ist damit offiziell zustande gekommen. 

Warum braucht es die Initiative?

Weil Tausende von Menschen mit Behinderungen in der Schweiz auch 20 Jahre nach Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) und 9 Jahre nach der Ratifizierung der UNO-BRK immer noch mangels Alternativen gezwungen sind, in segregativen Strukturen zu leben.

Weil 1,8 Millionen Menschen mit Behinderungen hierzulande immer noch keine Bürgerrechte haben. Es gibt für sie keine inklusiven Schulen, keine Arbeit, keinen Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln und keinen Zugang zur Kultur. Hinzu kommt dass sie in Parlamenten und Regierungen kaum vertreten sind.

Das muss sich ändern, und dafür braucht es die Inklusionsinitiative!

Standpunkt

Simone Leuenberger

«Würden Sie es sich gefallen lassen, nicht selbst entscheiden zu können, wo und mit wem Sie leben wollen?»

Was fordert die Initiative konkret?

  • Verfassungsauftrag: Der Gesetzgeber sorgt für rechtliche und tatsächliche Gleichstellung in allen Lebensbereichen. 
  • Anspruch auf Unterstützung: Personelle und technische Assistenz sowie weitere angemessene Anpassungen, wenn sie für Gleichstellung erforderlich sind.
  • Wohnort und Wohnform frei wählen: Menschen mit Behinderungen entscheiden, wo und wie sie leben – mit Anspruch auf notwendige Unterstützung. 

Aktueller Stand (Dezember 2025)

  • Einreichung: 5. September 2024; Initiative ist zustande gekommen. 
  • Bundesrat kündigt Gegenvorschlag an: 23. Dezember 2024.
  • Vernehmlassung zum indirekten Gegenvorschlag eröffnet: 25. Juni 2025 (Inklusions‑Rahmengesetz & Teilrevision IVG). 
  • Vernehmlassung Frist & Zeitplan: Rückmeldungen bis 16. Oktober 2025; Finalisierung bis Frühjahr 2026; Abstimmung voraussichtlich zwischen 2026 und 2028. Hier gehts zum detaillierten Zeitplan der Inklusionsinitiative

Weitere Informationen

Lancierung Inklusionsinitiative

An einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung am 20. Januar 2023 in Bern haben die über fünfzig Mitgliedorganisationen von Agile und Inclusion Handicap beschlossen, die Initiative gemeinsam mit dem Verein Tatkraft, der Stiftung für direkte Demokratie und Amnesty International Schweiz zu lancieren.

Gleichstellung soll vorankommen

Menschen mit Behinderungen wollen an unserer Gesellschaft teilhaben: Sie wollen sich ausbilden, arbeiten, Politik machen, den ÖV nutzen, Sport treiben, sich mit Freunden treffen und ins Theater, Restaurant oder in den Ausgang gehen können. Dass Menschen mit Behinderungen in der Schweiz nach wie vor nicht gleichgestellt sind, kritisierte auch der verantwortliche Ausschuss der UNO. Sein Bericht von 2022 deckte gravierende Mängel auf. Es braucht nun eine Anpassung unserer Bundesverfassung. «Damit die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen vorankommt, braucht es leider den Druck einer Volksinitiative», sagt Verena Kuonen, Co-Präsidentin von Inclusion Handicap.

Behindertenbewegung stärken

Die Inklusionsinitiative wurde von einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretungen des Vereins Tatkraft, der Stiftung für direkte Demokratie sowie von Agile und Inclusion Handicap, in einem partizipativen Prozess mit Menschen mit Behinderungen und weiteren Verbänden erarbeitet. «Die Inklusionsinitiative bündelt sowohl die Anliegen von Direktbetroffenen und der Zivilgesellschaft als auch der Behindertenorganisationen und stärkt die Behindertenbewegung als Ganzes», sagt Stephan Hüsler, Präsident von Agile.

Initiativ-Netzwerk und Bürger*innen-Komitee

Hinter der Inklusionsinitiative steht ein breit abgestütztes, überparteiliches Initiativkomitee und unterstützende Organisationen.

Zudem wird die Inklusionsinitative unterstützt von einem parteiunabhängigen Bürger*innen-Komitee.

Sie unterstützen die Inklusionsinitiative indem

  • Sie die Inklusionsinitiative mit einer Spende unterstützen
  • Sie in Ihrem Bekanntenkreis über die Notwendigkeit der Initiative sprechen

Inklusion ist Menschenrecht

Die Initiative fordert echte Teilhabe und Selbstbestimmung. Machen Sie mit für eine Gesellschaft, die niemanden ausschliesst!

Zentrale Punkte

Selbstbestimmung

Menschen mit Behinderungen haben die freie Wahl, wo und mit wem sie leben wollen.

Assistenz

Menschen mit Behinderungen erhalten die nötige Unterstützung für ein selbstbestimmtes Leben.

Inklusion

Hindernisse, die die selbstbestimme Teilhabe an der Gesellschaft behindern, werden abgebaut.

Wir fordern

Durch eine Anpassung unserer Bundesverfassung wollen wir die Rechte von Menschen mit Behinderungen stärken.

Die freie Wahl des Lebensortes ist ein grundlegendes Menschenrecht.

Menschen mit Behinderungen müssen für ein selbstbestimmtes Leben die Unterstützung kriegen, die sie brauchen.

Darum unterstütze ich die Inklusionsinitiative

Denise Carniel © Denise Carniel

Denise Carniel

«Ich unterstütze die Inklusionsinitiative aus dem tiefen Wunsch heraus, die kollektive Vorstellung, die mit einer Behinderung einhergeht, zu dekonstruieren. Ich hoffe auf eine Zukunft, in der wir vollwertige Bürger*innen sind: Frei, trotz komplexer Bedürfnisse.»

Julien-Clément Waeber © Pro Infirmis

Julien-Clément Waeber

«Ich unterstütze die Inklusionsinitiative, damit Menschen mit Behinderungen die gleichen Freiheiten, Wahl- und Wirkungsmöglichkeiten haben wie andere Menschen.»

Hadja A-Marca Kaba

Hadja A-Marca Kaba

Vorstandsmitglied Agile und Initiativkomitee

«Ich unterstütze die Inklusionsinitiative, weil Unwissen die Quelle vieler Diskriminierungen ist. Eine bessere Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft wird es uns ermöglichen, wahrgenommen zu werden und den Platz zu finden, der uns zusteht.»

Hervé Richoz

Hervé Richoz

«Ich unterstütze die Inklusionsinitiative, weil es an der Zeit ist, die personnelle und technische Unterstützung umzusetzen, dir wir brauchen, um endlich voll und ganz Teil dieser Gesellschaft zu sein.»

Jeder Franken zählt. Helfen Sie uns mit Ihrer Spende!

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