Leitfragen für inklusive und wirksame Partizipation
Gute Partizipation braucht klare Ziele, transparente Rahmenbedingungen und ausreichend Entscheidungsspielraum. Die folgenden Leitfragen unterstützen Fachpersonen, Verwaltungen, Organisationen und politische Akteur*innen dabei, partizipative Prozesse inklusiv, wirksam und menschenrechtskonform zu gestalten.
Diese Leitfragen sind kein Pflichtkatalog. Entscheidend ist, dass Art und Umfang der Beteiligung zum Ziel, zum Zeitpunkt und zum tatsächlichen Entscheidungsspielraum passen.
Inhalt
Zweck klären
- Warum werden Menschen mit Behinderungen einbezogen
- Welche konkreten Ergebnisse sollen durch ihre Beteiligung erreicht werden?
Zeitpunkt des Einbezugs
- Findet der Einbezug bereits ab Problemdefinition und Zielklärung statt?
- Besteht noch realer Gestaltungs- und Entscheidungsspielraum?
Rolle und Partizipationsstufe
- In welcher Rolle nehmen die Beteiligten teil (Information, Konsultation, Zusammenarbeit, Mitentscheidung)?
- Bei Mitentscheidung:
- Worüber wird tatsächlich mitentschieden?
- Wie werden Entscheidungen getroffen?
- Ist klar benannt, was nicht Gegenstand der Partizipation ist?
Prozesssteuerung und Zuständigkeiten
- Wer ist für den Prozess verantwortlich
- Wer moderiert, dokumentiert und trifft Entscheidungen?
Aufwand und Entschädigung
- Welcher zeitliche Aufwand wird erwartet?
- Wie wird die Teilnahme entschädigt?
Hindernisfreiheit und individuelle Voraussetzungen
- Wie wird barrierefreie Mitwirkung konkret sichergestellt
- Werden individuelle Voraussetzungen aktiv abgeklärt?
Repräsentation und Auswahl
- Welche Organisationen von Menschen mit Behinderungen werden einbezogen?
- Wie wird Vielfalt berücksichtigt?
- Wird zwischen individuellen Stimmen und kollektiven Positionen klar unterschieden?
Rückmeldung und Transparenz
- Wie werden Ergebnisse verständlich kommuniziert?
- Wie wird nachvollziehbar gemacht, welche Inputs übernommen oder verworfen wurden – und warum?
Evaluation
Wie wird der Partizipationsprozess gemeinsam mit Organisationen von Menschen mit Behinderungen ausgewertet?
Weiterführende Inhalte
- Welche politischen Veränderungen es braucht: Unsere Forderungen zur Partizipation
- Zur Übersicht: «Partizipation von Menschen mit Behinderungen – Nichts ohne uns.»
- Praxisleitfaden für inklusive Beteiligungsprozesse: Der EBGB‑Leitfaden «Einbezug der Perspektiven von Menschen mit Behinderungen in Vorhaben der Bundesverwaltung» bietet konkrete Hilfestellungen für Projektleitende: von der frühzeitigen Planung über geeignete Beteiligungsformate bis hin zu Fragen der Barrierefreiheit, Assistenz und Entschädigung.
- Praxisnah umsetzen: Die Online-Plattform «Die Box» von insieme Schweiz unterstützt Projektleitende dabei, Projekte gemeinsam mit Menschen mit kognitiver Behinderung partizipativ zu planen – mit konkreten Tools, Checklisten und Vorlagen.
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