Selbstbestimmt Wohnen im Alter und bei Behinderung: Nationalrat stellt erste Weichen
Viele Menschen mit Behinderungen können heute nicht selbst entscheiden, wo sie wohnen. Auch wenn das Recht auf selbstbestimmtes Wohnen und Betreuung zuhause auf allen staatlichen Ebenen immer häufiger anerkannt und unterstützt wird, sind sie weiterhin gezwungen, in stationären Wohnsettings zu leben. Die bisherigen Bemühungen von Bund, Kantonen und Verbänden genügen nicht, um zentrale Hindernisse, die der Wahlfreiheit und gesellschaftlichen Teilhabe entgegenstehen, zu beseitigen.
Nationale Strategie schafft Gesamtsicht
Parlamentarische Vorstösse fokussieren fast immer sehr partiell auf einzelne Leistungen (Hilflosenentschädigung, Assistenzbeitrag, Ergänzungsleistungen etc.). Bisherige Programme von Bund, Kantonen oder Verbänden lassen für die Wahlfreiheit zentrale Faktoren ausser Acht – zum Beispiel mit der Gesetzgebung verbundene Fehlanreize, die das stationäre Wohnen begünstigen und die Entwicklung von zeitgemässen, bedarfsgerechten Unterstützungsmöglichkeiten im eigenen Zuhause verhindern. Es fehlt an einer Gesamtsicht, um Lücken und Ineffizienzen im Gesamtsystem zu erkennen und zu beseitigen. Eine nationale Strategie, die in Übereinstimmung mit Art 4(3) und 33 der UNO-Behindertenrechtskonvention mit Menschen mit Behinderungen und ihren (Selbstvertretungs-)Organisationen erarbeitet wird, ist daher dringend nötig.
Weitere Informationen
Dossier «Selbstbestimmt Wohnen» von Agile über das Recht auf freie Wahl von Wohnort und Wohnform
Motion 23.3366 Nationale Strategie für Betreuung und Wohnen im Alter und bei Behinderung
Mehr zum Thema Behindertenpolitik
- Link zur DetailseiteBeitrag
Inklusion braucht Konfrontation: Warum Sensibilisierung allein nicht reicht
Die Kommunikations- und Inklusionsexpertin Saphir Ben Dakon, Vizepräsidentin von Agile, fordert in ihrer Winterrede 2026 einen Paradigmenwechsel: Statt weiterhin nur über Behinderung zu sensibilisieren, müsse die Gesellschaft endlich anerkennen, dass behindertes Leben ein selbstverständlicher Teil unserer Realität ist – und konsequent Barrieren abbauen. Ihre eindringlichen Beispiele aus Zürich zeigen, wie weit der Weg zur echten Teilhabe noch ist. - Link zur DetailseiteMedienmitteilung
Gewalt sichtbar machen und Schutz für alle gewährleisten
Petition fordert Schutz für alle: Gewalt an Frauen und queeren Menschen mit Behinderungen sichtbar machen und bekämpfen. - Link zur DetailseiteBeitrag- Forderung
Wintersession 2025: Unsere Empfehlungen an die Mitglieder des Nationalrat- und Ständerats
Agile gibt in der Wintersession 2025 Empfehlungen zu wichtigen Parlamentsgeschäften. Hier finden National- und Ständeräte unsere Abstimmungsempfehlungen. - Link zur DetailseiteBeitrag- Fachwissen
Vernehmlassung Inklusionsrahmengesetz: Breite Ablehnung – Inklusion braucht mehr
Vernehmlassung zum Inklusionsrahmengesetz: Vorentwurf klar abgelehnt. Agile fordert ein ambitioniertes Gesetz mit klarer Governance und Finanzierung. - Link zur DetailseiteBeitrag
16 Tage gegen Gewalt – Nicht unsichtbar. Sondern ignoriert.
Die Kampagne «16 Tage gegen Gewalt» macht Gewalt gegen Frauen und queere Menschen mit Behinderungen sichtbar. Agile fordert mehr Schutz und Daten. - Link zur DetailseiteMedienmitteilung
Mutloser Gegenvorschlag verfehlt Ziele der Inklusionsinitiative
Der Entwurf zum Inklusionsgesetz bleibt hinter den Erwartungen zurück. Agile verlangt verbindliche Rechte und echte Inklusion.