Auf Sensibilisierungsaktionen müssen konkrete Massnahmen folgen

Agile begrüsst die Sensibilisierungsmassnahmen im Rahmen der Aktionstage Behindertenrechte. Sensibilisierung trägt dazu bei, Vorurteile und Diskriminierungen gegenüber Menschen mit Behinderungen zu bekämpfen. Für eine echte Gleichstellung und die Achtung unserer Rechte braucht es aber auch konkrete und verbindliche Massnahmen auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene.

Die Schweiz feiert 20 Jahre Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) und 10 Jahre UNO-Behindertenrechtskonvention (UNO-BRK). Vom 15. Mai bis zum 15. Juni 2024 finden deshalb in der ganzen Schweiz verschiedene Aktionen statt, an denen sich Menschen mit Behinderungen und ihre Organisationen beteiligen. Die Aktionen sollen u.a. in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für die Bedeutung der Rechte von Menschen mit Behinderungen schaffen und einen Beitrag zur Umsetzung der UNO-BRK leisten.

Behindertenrechte gehören zum Alltag

Agile bedankt sich bei allen Beteiligten für Aktionen, die langfristig Klischees, Vorurteile und schädliche Praktiken gegenüber Menschen mit Behinderungen bekämpfen und das Bewusstsein für unsere Fähigkeiten und unseren Beitrag fördern. Solange wir Menschen mit Behinderungen aber nicht gleichgestellt leben können, ist für uns jeder Tag ein Aktionstag für Behindertenrechte.

«Der Bundesrat muss Menschen mit Behinderungen endlich ernst nehmen. Wir fordern, dass er seinen Entwurf zur Revision des BehiG auf der Basis der UNO-BRK grundlegend anpasst.» (Raphaël de Riedmatten, Geschäftsleiter Agile)

Agile fordert konkrete Massnahmen

Für eine echte Gleichstellung und die Achtung unserer Rechte in allen Lebensbereichen braucht es jetzt dringend konkrete und verbindliche Massnahmen auf allen politischen Ebenen. Wir erwarten, dass der Effort für die Aktionstage dazu führt, dass auch Bund, Kantone und Gemeinden ihren Beitrag zur Umsetzung der UNO-BRK leisten und ihren Verpflichtungen zur Gleichstellung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen nachkommen.

Unter anderem fordern wir:

  • verbindliche Regelungen für die Finanzierung persönlicher Assistenz und genügend barrierefreie, bezahlbare Wohnungen für ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause.
  • ein klares Bekenntnis zur inklusiven Bildung auf allen Stufen und die nötigen Vorgaben zu deren Umsetzung.
  • eine neue gesetzliche Frist zur Umsetzung eines hindernisfreien öffentlichen Verkehrs bis spätestens 2030 – mit Sanktionsmöglichkeiten bei Nichteinhaltung.

Inklusionsinitiative macht Druck

Parallel dazu rufen wir alle Menschen dazu auf, die Inklusionsinitiative zu unterschreiben. Die Initiative ist das einzige Mittel, um sicherzustellen, dass unsere Gleichstellung, Selbstbestimmung und Teilhabe in der Schweiz nicht länger leere Versprechungen bleiben.

Kontakt

Silvia Raemy, Leiterin Kommunikation / 031 390 39 36 / silvia.raemy@agile.ch

Mehr zum Thema Behindertenpolitik

  • Medienmitteilung

    Wohnungsmarkt benachteiligt Menschen mit Behinderungen systematisch

    Menschen mit Behinderungen finden oft keine geeignete Wohnung – wegen fehlender Barrierefreiheit, mangelnder Angebote und struktureller Hürden. In der Sommersession berät der Nationalrat einen Vorstoss gegen diese Diskriminierung. Agile fordert: Das Problem muss systematisch erfasst werden, damit wirksame Lösungen möglich sind.
    Link zur Detailseite
  • Beitrag- Forderung

    Sessionsbrief Sommersession 2026: Inklusion im Fokus

    In der Sommersession 2026 werden zentrale Weichen für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen gestellt. Agile nimmt Stellung zu ausgewählten Geschäften und zeigt auf, wo Fortschritte für Inklusion und Selbstbestimmung möglich sind – und wo weiterhin Handlungsbedarf besteht. Im Fokus stehen unter anderem Diskriminierung beim Wohnen, die IV-Praxis, die Situation pflegender Angehöriger sowie Anforderungen an barrierefreie Schutz- und Evakuierungsmassnahmen.
    Link zur Detailseite
  • Beitrag- Forderung

    Sondersession 2026 im Nationalrat: Schutz, Barrierefreiheit und Selbstbestimmung im Fokus

    In der Sondersession des Nationalrats werden mehrere Vorlagen behandelt, die für Menschen mit Behinderungen von zentraler Bedeutung sind. Agile nimmt zu drei Geschäften Stellung und fordert vom Parlament klare Entscheide für Schutz, Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe.
    Link zur Detailseite
  • Medienmitteilung

    Ständerat berät Angehörigenpflege: Agile fordert Wahlfreiheit und klare Regeln

    Agile fordert vom Ständerat Wahlfreiheit, faire Bedingungen für pflegende Angehörige und klare Qualitätsregeln. Motion 26.3012 unterstützen, 26.3013 überarbeiten.
    Link zur Detailseite
  • Beitrag- Forderung

    Frühjahrssession 2026: Empfehlungen von Agile und die wichtigsten Geschäfte im Überblick

    In der Frühjahrssession 2026 entscheidet das Parlament über zentrale Geschäfte zur Inklusion und zu den Rechten von Menschen mit Behinderungen. Agile fasst die wichtigsten Vorlagen zusammen und gibt klare Abstimmungsempfehlungen für National- und Ständerat.
    Link zur Detailseite
  • Beitrag

    Bundesrat lehnt Inklusionsinitiative ab – Gegenvorschlag überzeugt auch nach Überarbeitung nicht

    Der Bundesrat hat heute seine Botschaft zur Volksinitiative «Für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (Inklusionsinitiative)» und ihrem indirekten Gegenvorschlag verabschiedet. Dank vorheriger massiver Kritik wurde der Entwurf stellenweise nachgebessert. Das Resultat bleibt dennoch weit hinter den Erwartungen des breiten Unterstützungsnetzwerks zurück.
    Link zur Detailseite
Nach oben scrollen