Lehrerschaft bestätigt: Inklusive Bildung braucht bessere Rahmenbedingungen

Die aktuelle Befragung des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) zur inklusiven Schule zeigt: Viele Lehrpersonen stehen einer inklusiven Bildung grundsätzlich offen gegenüber. Sie sehen jedoch grossen Handlungsbedarf bei den Rahmenbedingungen und fordern mehr Ressourcen, Unterstützung und Fachpersonal.

Inklusion braucht die richtigen Voraussetzungen

Die Umfrage bestätigt, was Menschen mit Behinderungen und ihre Organisationen seit Langem aufzeigen: Inklusive Bildung gelingt dort, wo die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Als Dachverband der Selbsthilfe- und Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen bringt Agile die Perspektive der kollektiven Selbstvertretung in die bildungspolitische Debatte ein. Menschen mit Behinderungen müssen bei der Ausgestaltung einer inklusiven Schule mitreden und mitentscheiden.

Die Herausforderung liegt in der Umsetzung

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass viele der heutigen Schwierigkeiten mit den Rahmenbedingungen der Umsetzung zusammenhängen. Besonders aufschlussreich ist, dass Lehrpersonen die inklusive Schule deutlich positiver beurteilen, wenn ausreichend Unterstützung vorhanden ist. Das zeigt, dass fehlende Ressourcen und Unterstützungsangebote zentrale Hindernisse für eine erfolgreiche inklusive Bildung darstellen.

Die Schweiz steht in der Pflicht

Inklusive Bildung ist ein Menschenrecht. Die UNO-Behindertenrechtskonvention verpflichtet die Schweiz, allen Kindern eine gleichberechtigte Bildung und Teilhabe am Schulalltag zu ermöglichen. Die Frage ist deshalb nicht, ob inklusive Bildung umgesetzt werden soll, sondern wie die notwendigen Voraussetzungen dafür geschaffen werden.

Aus Sicht von Agile braucht es für das Gelingen inklusiver Bildung insbesondere:

  • genügend personelle, zeitliche und finanzielle Ressourcen für Lehrpersonen;
  • eine fundierte Aus- und Weiterbildung in inklusiver Pädagogik;
  • barrierefreie Lernumgebungen und Lehrmittel;
  • individuelle Unterstützungsmassnahmen, Hilfsmittel und Nachteilsausgleiche;
  • eine verbindliche Strategie von Bund und Kantonen zur Umsetzung der inklusiven Bildung.

Jetzt sind Bund und Kantone gefordert

Bereits in seinem Positionspapier zur inklusionsorientierten Schule hat der LCH festgehalten, dass Vielfalt entsprechende Ressourcen und geeignete Rahmenbedingungen benötigt. Die aktuellen Rückmeldungen der Lehrpersonen bestätigen diesen Handlungsbedarf.

Für Agile führen die Ergebnisse zu einem klaren Schluss: Die aktuellen Herausforderungen hängen vielerorts mit den Rahmenbedingungen zusammen und nicht mit dem Grundprinzip der Inklusion. Statt die Inklusion infrage zu stellen, müssen Bund und Kantone endlich jene Voraussetzungen schaffen, die eine gleichberechtigte Bildung für alle Kinder ermöglichen. Inklusion ist eine Frage der Rechte, nicht des guten Willens.

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