Logo Agile, zurück zur Startseite

Leben mit Assistenz

Jeder Mensch, ob behindert oder nicht, hat das Recht, seinen Aufenthaltsort selbst zu wählen. Zu entscheiden, wo und mit wem er leben will.

Die freie Wahl des Lebensortes ist ein grundlegendes Menschenrecht, das für Tausende von Bürger*innen mit Behinderungen nicht respektiert wird.

Das wollen wir ändern.

Wir fordern

Assistenz muss finanzierbar und schweizweit bedarfsgerecht zur Verfügung stehen.

Die Schweiz muss eine Strategie erarbeiten, um die Heimunterbringung von Menschen mit Behinderungen zu beenden.

Für ein Leben in den eigenen vier Wänden braucht es hindernisfreie und bezahlbare Wohnungen.

Die Administration und Organisation von persönlicher Assistenz muss einfacher und hindernisfrei werden, damit mehr Menschen davon profitieren können.

Wir fordern, dass Menschen mit Behinderungen und ihre Organisationen an allen Entscheidungen beteiligt sind, die ihre Selbstbestimmung betreffen.

Auch die Unterstützung von Angehörigen soll über den Assistenzbeitrag bezahlt werden können.

Wir sind die Expert*innen in eigener Sache.

Wir bestimmen selbst.

Mehr

Was ist persönliche Assistenz?

Alle Menschen haben dieselben, international anerkannten Rechte und Grundfreiheiten. Damit die Situation von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen berücksichtigt wird, in denen Menschenrechte eine Rolle spielen, wurde im Jahr 2006 die UNO-Behindertenrechtskonvention, kurz UNO-BRK, verabschiedet.

Darin ist festgehalten, dass Menschen mit Behinderungen nicht dazu verpflichtet werden dürfen, in besonderen Wohnformen zu leben. Sie müssen die Unterstützung erhalten, die sie brauchen, um so zu leben, wie sie wollen. Diese Unterstützung kann in verschiedenen Formen angeboten werden. Die Form der persönlichen Assistenz muss aber zwingend zur Auswahl stehen.

Das UNO-Komitee überprüfte im März 2022 die Umsetzung der UNO-BRK in der Schweiz. In über 80 Punkten ist die UNO nicht zufrieden mit der Schweiz – ein vernichtendes Urteil.

Zentrale Punkte

Menschen mit Behinderungen gestalten ihre Unterstützungsleistungen selbst und rekrutieren ihr Personal

Menschen mit besonderen Kommunikationsformen werden unterstützt und respektiert

Der Bedarf an Unterstützung richtet sich nach den Bedürfnissen der Menschen mit Behinderungen

Das sind ihre Rechte

Alle Menschen haben dieselben Rechte und Grundfreiheiten. In Artikel 19 präzisiert die UNO-BRK das Recht von Menschen mit Behinderungen auf ein selbstbestimmtes Leben und persönliche Assistenz.

Grundsätzliches

Sie haben das Recht, Ihren Aufenthaltsort selbst zu wählen. Sie entscheiden, wo und mit wem Sie leben wollen. Dafür müssen Sie die Unterstützung erhalten, die Sie brauchen. Die Unterstützung kann in verschiedenen Formen angeboten werden. Die Form der persönlichen Assistenz muss aber zwingend zur Auswahl stehen.

Persönliche Assistenz im Alltag

Was das konkret heisst und wie persönliche Assistenz ausgestaltet werden muss, steht in der «Allgemeinen Bemerkung Nr. 5», einem Anhang zur UNO-BRK.

  • Sie gestalten Ihre Unterstützungsleistungen selbst und entscheiden, wer Sie wann, wie und wo unterstützt. Sie können verschiedene Anbieter von Leistungen nutzen und/oder selbst Arbeitgeber*in sein.
  • Wenn Sie in Gebärdensprache, leichte Sprache oder anderen Formen kommunizieren, werden Sie dabei unterstützt, Ihre Ziele, Entscheide und Anweisungen zu äussern, sodass diese anerkannt und respektiert werden.
  • Sie rekrutieren ihre persönlichen Assistent*innen selbst, bilden sie aus und beaufsichtigen sie. Ohne Ihr Einverständnis müssen Sie sich ihre persönlichen Assistent*innen nicht teilen.
  • Sie bestimmen selbst, wie viel Kontrolle Sie haben wollen. Sie sind die Person, deren Bedürfnisse es zu respektieren gilt. Sie entscheiden über die Assistenz und sind Ansprechpartner*in für Rückfragen, auch wenn eine andere Person die Arbeitgeberrolle übernimmt.
  • Der Bedarf an Unterstützung richtet sich nach Ihren Bedürfnissen. Sie erhalten und bestimmen über die finanziellen Mittel, die so berechnet sein müssen, dass Sie ihr Assistenzpersonal angemessen bezahlen können.
  • Wenn Sie mit persönlicher Assistenz leben, dürfen Ihnen die finanziellen Mittel nicht gekürzt werden. Persönliche Assistenz und andere Dienstleistungen werde gleichbehandelt und müssen auch gleich viel kosten.

Hier hilft man Ihnen, Ihr Leben mit Assistenz aufzubauen

Bei Pro Infirmis gibt’s Informationen rund um den Assistenzbeitrag und eine kantonale Assistenzberatung, die Ihnen hilft, die richtige Person zu finden und Sie auf Ihre Rolle als Arbeitgeber*in vorbereitet.

In der Romandie unterstützt Sie Cap-Contact beim Aufbau Ihres Lebens mit Assistenz.

InVIEdual.ch, Branchenverband von Menschen, die Assistent*innen anstellen, gibt Antworten auf häufige Fragen rund um den Assistenzbeitrag.

Die CléA Assistenzplattform will Ihnen dabei helfen, Ihr Leben mit Assistenz administrativ zu vereinfachen.

Wir leben mit Assistenz

Was heisst leben mit Assistenz in der Praxis? Wie baut man sich ein selbstbestimmtes Leben auf, und wo findet man Assistent*innen?

Rita Tresch

Ich bin Rita

Seit 2013 rechne ich Assistenzstunden über das Assistenzbudget ab. Die Rolle der Arbeitgeberin übernehme ich dabei selbst.

Weiterlesen
Gärtnerin im Rollstuhl

Ich bin Rita

Sëtzen Schied méi as, voll dämpen Margréitchen méi vu, rou wait Bass no.
Gärtnerin im Rollstuhl

Ich bin Rita

Der Aufbau meines Lebens mit Assistenz war ein Kampf: Ich musste bis vor Verwaltungsgericht gehen, um genügend Assistenzstunden zu erhalten.

Haben Sie auch Erfahrung mit Assistenz?

Teilen Sie ihre Erlebnisse und werden Sie Teil der Veränderung.

Leben Sie selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden?
Chronologie

Der Kampf um den Assistenzbeitrag

Agile Präsidentenkonferenz 2021 © Agile/Mark Henley

Kongress Assistenzbeitrag

Agile organisiert einen Kongress über die Personenfinanzierung und den Assistenzbeitrag. Verschiedene Projekte folgen, darunter der Pilotversuche «Assistenzbudget.»
Lebensqualität. Agile Event in Bern, 2. Juli, 2022 © Agile/Mark Henley

Assistenzbeitrag wird eingeführt

Nach zähem Ringen an allen Fronten wird der Assistenzbeitrag mit der 6. IVG-Revision als Leistung der Invalidenversicherung eingeführt.
Simone Leuenberger referiert zum Thema Assistenzbeitrag.

Agile lässt nicht locker

Mit Projekten, politischen Vorstössen, Bildung und Sensibilisierungsarbeit wollen wir erreichen, dass der Assistenzbeitrag weiterentwickelt wird.
Logo InVIEdual

Agile gründet InVIEdual

Menschen mit Behinderungen, die Assistent*innen anstellen, haben nun die Chance, sich einen Branchenverband anzuschliessen, der sich für ihre Bedürfnisse einsetzt.
Bundeshaus Bern

Auch Angehörige entschädigen

Agile kontaktiert mehrere Parlamentarier*innen mit der Bitte, eine Initiative zu unterstützen, die bereits 2012 von Nationalrat Christian Lohr (Die Mitte/TG) eingereicht wurde. Die Initiative verlangt, dass Angehörige für ihre Hilfeleistungen durch den Assistenzbeitrag entschädigt werden können.
Maud Theler, im Vorstand von Agile, geht für ihr Recht auf Selbstbestimmung auf die Strasse © Inclusion Handicap Weckruf-Aktion vom 9. März 2022

UNO-Ausschuss rügt die Schweiz

Die Schweiz muss eine Strategie entwickeln, um die Heimunterbringung von Menschen mit Behinderungen zu beenden, und dafür finanzielle Mittel bereitstellen. Darüber hinaus muss unser Land die persönliche Assistenz stärken.
Raphaël de Riedmatten an der Tagung «Mitsprache und Zugang» vom 13. Mai 2022 © Samuel Bramley

10 Jahre Assistenzbeitrag

Unser Geschäftsleiter spricht an der Fachtagung vom EBGB zum Thema Selbstbestimmung und betont, wie wichtig die Deinstitutionalisierung und der Ausbau der Assistenzleistung sind.
Simone Leuenberger, Agile

Bilanz und Perspektiven

Simone Leuenberger zieht Bilanz und spricht über Perspektiven an der von Pro Infirmis organisierten Konferenz «Zehn Jahre Assistenzbeitrag».
Kerzenausblasen an der Jubiläumsfeier des Assistenzbeitrags © Agile/Mark Henley

Jubiläumsfeier

Agile und InVIEdual feiern das 10-Jahr-Jubiläum des Assistenzbeitrags mit Menschen mit und ohne Behinderungen. Eine Bestandesaufnahme der aktuellen Situation zeigt: Es ist noch viel zu tun, damit Selbstbestimmung zur Realität wird.
BERN, April 2023; Sammelstart der Inklusions Initiative c PublicBeta

Inklusionsinitiative lanciert

Agile lanciert mit Partner*innen die Inklusionsinitiative. Sie soll die rechtliche und tatsächliche Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderungen in allen Lebensbereichen sicherstellen.
1999
2012
seit 2012
12/2020
2021
3/2022
5/2022
5/2022
7/2022
4/2023

Wann leben wir endlich selbstbestimmt?

Wir engagieren uns seit Anfang der 90er-Jahre für den Assistenzbeitrag. Heute gibt es die Leistung zwar, aber sie entspricht noch zu wenig den Bedürfnissen der Menschen, die sie beziehen.

Wir wollen, dass sich das ändert.

Unsere Projekte

Inklusionsinitiative

Für die rechtliche und tatsächliche Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen

Weiterentwicklung Assistenzbeitrag

Als Schlüsselelement für Emanzipation, Selbstbestimmung, Inklusion und vollwertige Teilhabe an der Gesellschaft

Nach oben scrollen
Teilen Sie ihre Erfahrungen mit anderen
Das ist aber Ihr gutes Recht!