Standpunkt

Jetzt entscheide ich. Punkt.

Nein, es ist nicht der Traum von segregierenden Betreuungsstrukturen, die ihren Bewohner*innen die Freiheit zurückgeben, indem sie sie in ihren persönlichen Lebensentwürfen begleiten. Es ist auch kein Traum, wie von Zauberhand die Heimunterbringung zu beenden, wie das die UNO-BRK ausdrücklich fordert. «Jetzt entscheide ich.» ist ganz einfach der Slogan der Kampagne für den Assistenzbeitrag. Sie liegt schon 20 Jahre zurück.
Raphaël de Riedmatten
Geschäftsleiter Agile
05.07.23
Raphaël de Riedmatten, Geschäftsleiter Agile
«Gut gemeinte Absichtserklärungen und Programme ohne konkrete Aktionspläne reichen nicht mehr aus.»

Ich habe eine tiefe Abneigung gegen absondernde institutionelle Betreuungsstrukturen. Für mich verletzen sie die grundlegendsten Freiheiten. Vielleicht, weil mich der Besuch von totalen Einrichtungen in Südosteuropa Anfang der 2000er-Jahre geprägt hat. Vielleicht, weil die Geschichte der Behinderung gepflastert ist mit Ablehnung, Vernachlässigung, Missbrauch, Diskriminierung oder schlichter Eliminierung.

Vor allem aber, weil ich mit Aktivist*innen für ein selbstbestimmtes Leben zu tun hatte, die die Ergebnisse ihrer Bemühungen nie Ernten konnten.

Die freie Wahl des Lebensortes ist ein grundlegendes Menschenrecht, das für Tausende von Bürger*innen mit Behinderungen immer noch nicht respektiert wird.

10-jähriges Bestehen des Assistenzbeitrags

Zur Feier des 10-jährigen Bestehens des Assistenzbeitrags haben Agile und InVIEdual diejenigen geehrt, die sich über all die Jahre hartnäckig für diese entscheidende Verbesserung der Rechte von Menschen mit Behinderungen eingesetzt haben.

Jubiläumsfeier Assistenzbeitrag

Wir haben Aktivist*innen geehrt, die sich über all die Jahre für die Verbesserung der Rechte von Menschen mit Behinderungen eingesetzt haben.

Das macht Agile

Für Agile ist die Weiterentwicklung des Assistenzbeitrags der zentrale nächste Schritt. Gut gemeinte Absichtserklärungen und mehrjährige Programme ohne konkrete Aktionspläne reichen nicht mehr aus. Eine ganze Generation von Aktivist*innen hat das Warten satt.

Deshalb haben wir zusammen mit Partner*innen die «Inklusionsinitiative» lanciert. Sie soll «die rechtliche und tatsächliche Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderungen in allen Lebensbereichen» sicherstellen.

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